Vergleich von Merkmalen im Islam mit dem Christentum
Merkmal
Islam
Christentum
1. Reinheit des Monotheismus
Reiner, absoluter Monotheismus: Die Doktrin des Tawhid (absolute Einheit Allahs) ist das Fundament und das Wesen, ohne Personifizierung, Inkarnation, Söhne oder Partner. Allah ist erhaben über die Attribute der Schöpfung.
Doktrin der Dreifaltigkeit und Inkarnation: Der Glaube an einen Gott in drei Personen (Vater, Sohn, Heiliger Geist) und die Inkarnation Gottes in der Person Christi (Jesus). Muslime betrachten dies als Abweichung vom reinen Monotheismus.
2. Bewahrung des Textes
Der Koran ist bewahrt: Der göttliche Text (Koran) ist von Allah vor Veränderung und Verfälschung durch die Jahrhunderte geschützt, häufig (mutawatir) schriftlich und mündlich überliefert seit der Zeit des Propheten.
Diverse Texte und Authentizität: Die vier Evangelien (und andere) wurden von menschlichen Händen lange nach der Himmelfahrt Jesu geschrieben. Es gibt historische Unterschiede in den Versionen, Manuskripten und Erzählungen bezüglich der Ereignisse und der Doktrin.
3. Umfassendheit der Gesetzgebung und des Zakat-Systems
Ein umfassendes System des Lebens: Der Islam ist ein vollständiges System des Lebens, des Staates und der Methodik, einschließlich präziser Gesetzgebung für Regierungsführung, Wirtschaft, internationale Beziehungen und Ethik. Zakat ist eine grundlegende Säule: Ein obligatorisches Finanzsystem, das soziale Solidarität gewährleistet und systematisch Armut bekämpft.
Trennung von Religion und Staat und der spirituelle Aspekt: Das Christentum konzentrierte sich historisch auf die spirituellen und persönlichen moralischen Aspekte. Moderne Rechts- und Finanzsysteme sind oft säkular oder unabhängig von der Kirche. Wohltätigkeit ist freiwillig: Spenden (Zehnten) sind freiwillige und empfohlene Handlungen, keine obligatorische finanzielle Pflicht mit spezifischen Säulen.
4. Wissenschaftliche und legislative Wunderhaftigkeit
Erneuerte Wunderhaftigkeit: Der Heilige Koran ist wundersam in seiner sprachlichen Eloquenz und enthält wissenschaftliche und legislative Zeichen, die mit modernen Entdeckungen übereinstimmen und auf seinen göttlichen Ursprung hinweisen.
Literarische und historische Texte: Christliche Texte werden typischerweise als symbolische Literatur, historische Erzählungen oder theologische Reflexionen gelesen und verstanden. Es gibt keine Behauptungen über wissenschaftliche Wunder im gleichen Muster oder Herausforderung, die im Koran dargestellt werden.
5. Spirituelle und ethische Integration
Umfassendes Gleichgewicht: Der Islam erreicht ein ideales Gleichgewicht zwischen den Anforderungen der Seele und des Körpers, Gottesdienst und Arbeit, diesem Leben und dem Jenseits. Er lehnt übermäßigen Monastizismus ab und befiehlt Arbeit und den Aufbau der Erde.
Fokus auf Spiritualität und Monastizismus: Das Christentum hat historisch einen großen Fokus auf Monastizismus, Zölibat und absoluten Askese vom weltlichen Leben erlebt (wie im Katholizismus und der Orthodoxie), was in einigen Kontexten zur Trennung von Religion und praktischem Leben führte.
6. Klarheit der Doktrin und Abwesenheit des Priestertums
Klarheit der Doktrin und Abwesenheit des Priestertums: Das Glaubensbekenntnis ist klar und direkt (Glaube an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten...). Die Beziehung ist direkt zwischen dem Gläubigen und seinem Herrn. Es gibt keine vermittelnde Priesterklasse zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung.
Komplexität und Priestertum: Das Christentum enthält einige vage theologische Komplexitäten (wie Erbsünde, Erlösung, das Mysterium der Dreifaltigkeit), die eine kirchliche Interpretation erfordern. Das Priestertum (Priester und Mönche) spielt eine Rolle der Vermittlung bei Vergebung und Ritualen.
7. Universalität der Botschaft und Zeitlosigkeit
Eine endgültige, universelle Botschaft: Der Islam richtet sich an die gesamte Menschheit zu jeder Zeit und an jedem Ort (frühere Botschaften aufhebend) und bietet Lösungen für alle Zeitalter und Nationen.
Zeitlich und räumlich begrenzte Botschaften: Die ursprüngliche Botschaft Jesu war an die Kinder Israels gerichtet. Die heutigen Formen des Christentums sind historisch mit der westlichen Kultur verbunden und betrachten sich nicht als Aufhebung früherer Gesetze im selben islamischen Konzept.
8. Konzept der Prophetie und Propheten
Verehrung aller Propheten: Der Islam schreibt den Glauben an alle Propheten und Gesandten ohne Unterschied vor und erhebt sie über die Unvollkommenheiten und Sünden, die in früheren Schriften erwähnt werden.
Sichtweise auf die früheren Propheten und Jesus: Die Tora (Altes Testament) stellt bestimmte Propheten manchmal auf unpassende Weise dar. Das Christentum konzentriert sich mehr auf die Göttlichkeit Jesu als auf sein Prophetentum und macht ihn zu einem Gott und Erlöser, nicht nur zu einem Propheten und Gesandten.
9. Fitra (Natürliche Veranlagung), Rationalität und Leichtigkeit
Religion der Fitra (Natürliche Veranlagung), Rationalität und Leichtigkeit: Islamische Bestimmungen stimmen mit der menschlichen Natur und dem gesunden Verstand überein (Reinheit, Verbot von Alkohol, Glücksspiel und Wucher). Die Religion ist Leichtigkeit, keine Härte.
Schwierige metaphysische Glaubenssätze: Einige christliche Glaubenssätze wie die "Erbsünde" und die "Erlösung" (Gott kreuzigt sich selbst) werden aus islamischer Perspektive als unlogisch und im Widerspruch zur menschlichen Natur stehend betrachtet.
10. Klarheit in Gottesdienst und praktischer Anwendung
Klarheit in Gottesdienst und praktischer Anwendung: Die fünf Säulen des Islam sind klar und direkt (Gebet, Fasten, Zakat, Haddsch) und finden täglich und jährlich statt, was die praktische Anwendung erleichtert.
Vielfältige und komplexe Rituale: Gottesdienste und Rituale unterscheiden sich stark zwischen den Konfessionen; einige stützen sich auf komplexe kirchliche Mysterien (wie die Eucharistie und Beichte) und erfordern einen kirchlichen Vermittler für ihre Durchführung.